12.01.2019

Ja, die Deutsche Umwelthilfe ist unbequem – das stimmt, und das ist gut so !

Unentwegt macht sie uns darauf aufmerksam, dass wir unsere Lebens- und Wirtschaftsweise verändern müssen, wenn wir den Klimaschutz ernst
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Der Wohnraumbedarf in der Metropolregion Rhein-Neckar ist nach wie vor groß. Dies gilt auch für Hirschberg. Hirschberg ist eine begehrte Wohngemeinde. Es gibt Wohnbedarf bzw. Nachfrage in jeder Hinsicht.

Das ist auch zu ersehen
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Kommunalpolitische Themen

Nachhaltigkeit bedeutet die Zukunft im Blick haben!

Vorrangiges Kriterium der Grünen Liste Hirschberg (GLH) bei allen kommunalpolitischen Themen ist die Frage, ob sich Sachentscheidungen am Prinzip der Nachhaltigkeit orientieren. Die Themen, die dabei zeitweilig im Mittelpunkt des Interesses stehen, können wechseln, immer aber möchte die GLH sachbezogene und langfristig wirksame Lösungen für die Probleme finden – idealer Weise in Übereinstimmung mit der Mehrheit der Hirschberger Bevölkerung. Aktuell stehen folgende Themen auf der Hirschberger Tagesordnung.


 

Die Grüne Liste Hirschberg hat Bedenken wegen die Umgehungstraße in Großsachsen

Die Kommunalwahlen 2019 werfen ihre langen Schatten voraus, oder wie sonst ist es zu erklären, dass nun ein altes Projekt aus dem Keller der Verkehrsplanung geholt wird? Es hatte einen guten Grund, warum der scharf kalkulierende Bürgermeister Just all die Jahre die Finger vom unkalkulierbaren Millionenprojekt Umgehungsstraße Großsachsen gelassen hat: Er wusste, dass die Gemeinde Hirschberg weit mehr würde investieren müssen, als diese Maßnahme Vorteile für seine Einwohnerinnen und Einwohner bringt.

 

Bereits 2005 sprach der frühere Bürgermeister Oeldorf, durchaus der Idee einer Umgehungsstraße zugewandt, von Kosten von mindestens 5 Mio. Euro und lag schon damals nach Einschätzungen von Verkehrsgutachtern weit unter den für ein solches Projekt zu erwartenden Kosten. Ein Lärmschutzwall für den Sterzwinkel, der erhebliche zusätzliche Kosten verursacht, wurde in den damaligen Planungen überhaupt nicht erwähnt.

 

Vor allem aber wird die Umgehungsstraße nach Ansicht der Grünen Liste keine wesentliche Entlastung der Einwohner Großsachsens vom Durchgangsverkehr bringen:

Zum einen sind Entlastungen zwar punktuell und zu gewissen Stoßzeiten zu erwarten, aber nicht grundsätzlich. Denn eine zusätzliche Straße streut den Verkehr nur über eine größere Fläche, reduziert ihn jedoch nicht. Unter Umständen lockt eine vermeintlich schnellere Umfahrung des Ortes sogar zusätzlichen Schwerlastverkehr an, der seit Anfang des Jahres auch für die Nutzung der Bundestraßen Maut zahlen muss. Hier käme dem Fernverkehr eine zusätzliche mautfreie Kreis- oder gar Gemeindestraße gerade recht.

 

Zum anderen ist die Frage, woher die behauptete verkehrstechnische Halbierung des Durchgangsverkehrs durch Großsachsen. Beim derzeitigen Stand der Planung profitieren von der geplanten Trasse vor allem der Auto- und Fernverkehr aus den südlichen Weinheimer Wohn- und Gewerbegebieten, der auf die Autobahn möchte. Wäre es das Ziel diesen Verkehr von Großsachsen fern zu halten, ist der Autobahnanschluss Weinheim-Süd über die Kreisverbindungsstraße nach Muckensturm die nachweisbar wirkungsvollere und sehr viel kostengünstigere Lösung.

 

Durch die geplante schnelle Trasse westlich am Ortskern vorbei wird sich also nur ein geringer Teil der Lärmbelästigung für die Bergstraßen-Anwohner vermeiden lassen. Dagegen wird die Gesamtbelastung im Ort, in der Mitte wie am Hang, durch die teilweise über einen bis zu drei Meter hohen Damm verlaufende Trasse deutlich zunehmen.

 

Die Zerstörung naturnaher Räume und des Ortsbildes durch die Umgehungsstraße ist unwiederbringlich. Sie zerschneidet den Zugang Großsachsens zu wichtigen Naherholungsräumen wie Villa Rustica, Landgraben und den Aussiedlerhöfen, sie stellt auch eine bleibende Zäsur im Großsachsener Ortsbild und den wenigen naturnahen und landwirtschaftlich genutzten Flächen auf Hirschberger Gemarkung dar. Wer das Prinzip der Sparsamkeit im Flächenverbrauch ernst nimmt, darf zwischen die Bundesstraße und die Autobahn nicht noch mehr kostbaren Boden durch eine weitere Straße versiegeln.

 

Die Grüne Liste Hirschberg ist daher auch nach 15 Jahren Diskussion gegen den Neubau einer Umgehungstraße in Großsachsen. Wir favorisieren den Autobahnanschluss Weinheim-Süd und werden uns auf allen politischen Ebenen dafür einsetzen.


Bericht von der Veranstaltung: Wohnen in Zeiten des demografischen Wandels

Podiumsveranstaltung der Grünen Liste Hirschberg am 16. Mai 2018

 

Wohnen in Zeiten des demografischen Wandels.

Wie werden wir in Zukunft zusammenleben?

 

Der Anbau der alten Turnhalle in Großsachsen war gut gefüllt, als der Wohnsoziologe Dr. Gerd Kuhn aus Tübingen mit seinem Impulsreferat begann.

 

Er zeigte  zunächst auf, wie sich die Bedürfnisse und Wohnsituationen von den 60er Jahren bis heute geändert haben. Vom Einfamilienhaus mit Garten für die Familie mit klassischer Aufgabenverteilung hat sich mit dem demografischen Wandel auch der Bedarf hin zum Wohnen in kleineren Einheiten, auf einer Ebene, barrierefrei aber mit Räumen für gemeinschaftliches Aufeinandertreffen gewandelt. Die Verschiebung vom Haus zum Quartier!

 

Im Gegensatz zu desintegrativen Wohnformen, sogenannten `gated communities´, die erfreulicherweise in Europa noch nicht stark verbreitet sind, dafür aber umso mehr in Afrika oder Südamerika, plädiert Kuhn für das integrative Wohnen, wo in neuen Kooperationsgemeinschaften/Baugemeinschaften ein Wohngebiet gemeinsam gestaltet wird.

 

Diese sehen sich zwei Herausforderungen gegenübergestellt:

1.     Ausreichend Wohnraum für alle sozialen Gruppen zu schaffen

2.     Das Miteinander in einer Stadt zu fördern und die Lebensqualität für alle zu steigern

 

Die inzwischen gesicherte Erkenntnis, dass durch Solidarität, Verschiedenheit und kulturellen Eigensinn in einem Wohngebiet mehr Sicherheit für die Bewohner entsteht als durch  Abschottung mit hohen Zäunen und Mauern, war ebenfalls ein neuer Aspekt für die Zuhörer an diesem Abend.

 

Im zweiten Teil stellte Fred Hammerschlag das konkrete Projekt der Gruppe Vielfalt Ladenburg für die Planung  eines Teils des Neubaugebiet der Nordstadt Ladenburg vor.

 

Unter Federführung eines Projektsteuerers soll ein Wohnprojekt für alle Generationen entstehen, in dem soziale, wirtschaftliche, ökologische und baukulturelle  Aspekte in Abhängigkeit von den Entscheidungen der Mitglieder verwirklicht werden.

 

In den darauffolgenden Fragen kam vor allem das Thema der konkreten Verwirklichung zur Sprache. Wie kann man Grundstückseigentümer überzeugen nicht dem Höchstpreisgebot zu folgen, sondern ein Konzeptverfahren zu akzeptieren?

 

Hier ist die Politik und Verwaltung gefragt. Diese kann Vorgaben in Form von Bebauungsplänen und Gemeinderatsentscheidungen machen, die im Rahmen einer umfassenden Kommunikationskultur mit den beteiligten Gruppen Überzeugung! für den Wert des gemeinschaftlichen Gestaltens eines Neubaugebiets schaffen.

 

Das Fazit für Hischberg:

 

Eventuell auszuweisende Neubaugebiete bedürfen eines Konzepts und einer vorausschauenden Planung, wenn sie dazu beitragen sollen, die Lebensqualität und das soziale Miteinander in unserer Gemeinde zu fördern.

 

Nur wenn die Bürger z.B. über die Gemeinderäte einfordern, dass Quartierskonzepte vor den maximalen Profit gestellt werden wird die Verwaltung auch dahingehend aktiv werden.


Drogeriemarkt und Edeka-Erweiterung: unsere Argumente

Noch bis zum 29.1. läuft die Frist für Einwendungen gegen die Änderung des Bebauungsplans „Sterzwinkel I“, in der die Ansiedlung eines Drogeriemarkts und die Erweiterung des Edeka-Markts auf 1200 qm ermöglicht werden soll. Die GLH sieht natürlich die Vorteile, die eine (Wieder-) Ansiedlung eines Drogeriemarkts und auch eine Sortimentserweiterung im Supermarkt für die Bürger Großsachsens mit sich bringen. Aber es gibt auch gute Gründe, warum das geplante Vorgehen in der Form und zu diesem Zeitpunkt ungünstig ist:

 

1. Das Vorhaben könnte zu noch mehr Staus auf der Bundesstraße führen. Bislang ist unklar, ob die geplanten Änderungen der Ampelschaltungen die erhofften Verbesserungen bringen werden. Wenn mehr als 1000 Fahrzeuge pro Tag zusätzlich von der B3 Richtung Sterzwinkel abbiegen, könnte das durchaus Auswirkungen auf den Verkehrsfluss an dieser Ampel haben. Bevor also über die Baumaßnahmen entschieden wird, muss zumindest abgewartet werden, ob sich die Verkehrssituation in Großsachsen nach den im Verkehrsgutachten vorgeschlagenen Änderungen entspannt.

 

2. Der Komplex Edeka/Drogeriemarkt gefährdet die übrigen Einkaufsmöglichkeiten vor Ort, insbesondere den Edeka-Markt in Leutershausen. Zwar spricht das Gutachten von nur geringfügigen Auswirkungen auf die Gewerbelandschaft im Ort, doch wird jeweils die Erweiterung des Supermarkts und die Ansiedlung des Drogeriemarkts separat betrachtet. In der Kombination aber entsteht hier eine attraktive Einkaufsmöglichkeit, die sich durchaus mehr als nur geringfügig auf die übrigen Geschäfte auswirken könnte.

 

3. Der zusätzliche Verkehr führthttps://www.gruene-liste-hirschberg.de/ zu einer Lärmbelastung der Anwohner.

 

4. Ohne Not wird der Boden durch zusätzliche Parkplätze stärker versiegelt als erforderlich. Die vorgeschlagenen Ausgleichsmaßnahmen von fünf Bäumen sind zu wenig, zumal sinnvollerweise sowieso mehr Bäume auf den Parkplätzen gepflanzt werden sollten, um den parkenden Autos im Sommer Schatten zu spenden. Die Begründung für so viele zusätzliche Parkplätze halten wir für nicht nachvollziehbar.


Lärmaktionsplanung des Eisenbahnbundesamtes: Öffentlichkeitsbeteiligung bis 25. August 2017

Bereits 1996 hat die Europäische Kommission mit dem Grünbuch Lärmschutzpolitik die Belastung durch Lärm als eines der größten Umweltprobleme in Europa bezeichnet. Daran hat der Verkehr einen beträchtlichen Anteil.

Den meisten Hirschberger Bürgern ist das Problem des Eisenbahnlärms bekannt: Besonders Güterzüge dröhnen tags wie nachts die Bergstraße entlang. Immerhin hat – mit jahrzehntelanger Verspätung – in den letzten Jahren ein Umdenken eingesetzt, mehr und mehr greifen Maßnahmen zur Lärmminderung, etwa Schallschutzwände oder die Nachrüstung von Güterwagen mit Flüsterbremse.

Das Eisenbahn-Bundesamt hat derzeit die Aufgabe, einen Lärmaktionsplan an den Haupteisenbahnstrecken des Bundes zu erstellen. Im Zuge dessen läuft nun die Öffentlichkeitsbeteiligung, d.h. Bürger sind aufgerufen über Lärmprobleme durch Schienenverkehr zu berichten. Die Beteiligung ist möglich im Internet unter  www.laermaktionsplanung-schiene.de oder anhand eines Papier-Fragebogens (Download hier).  

Die Bürger sollten diese Möglichkeit nutzen, ihre Meinung zu äußern.

Nahverkehrs- und Mobilitätsplanung des Rhein-Neckar-Kreises – Bürgerbeteiligung bis Ende Mai

Im Moment erarbeitet der Rhein-Neckar-Kreis einen neuen Nahverkehrsplan. In vorbildlicher und innovativer Weise gibt der Landkreis allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern die Gelegenheit sich an dieser Planung zu beteiligen.

Eigene Ideen, Wünsche und Vorschläge können hier eingereicht werden. Dies gilt sowohl für Verbände, Organisationen und Unternehmen, aber auch für alle EinwohnerInnen. Die Beteiligung kann sowohl online erfolgen als auch schriftlich per Briefpost an das Landratsamt des Rhein-Neckar-Kreises.

 

Worum geht es in der Fortschreibung des Nahverkehrsplans ?

Neben den „klassischen“ Themen wie beispielsweise Verbesserung des Angebots des Öffentlichen Personen Nahverkehrs (ÖPNV), Ausbau von Straßen und Radwegen, sollen Angebote aufgenommen werden, die Grundlagen eines Mobilitätsverbundes sind. Die Mobilität lässt sich nicht mehr in Individualverkehr und ÖPNV trennen. In Zukunft geht es um die Vernetzung der Angebote. Der ÖPNV muss den aktuellen Bedürfnissen der Nutzer entsprechen und attraktive Anbindungen an andere Verkehrsmittel schaffen. Zum Beispiel ist eine Verknüpfung von ÖPNV, PKW, Radverkehr, Auto- und Fahrrad-Teilen (neudeutsch Carsharing und Bikesharing), Taxis, Mietwagen und Fahrgemeinschaften anzustreben.
Vor allem durch die Digitalisierung bieten sich hier innovative Möglichkeiten. Ein Mitbürger fährt zum Beispiel mit der Straßenbahn zur Arbeit. Er muss noch zu einer Besprechung an einem anderen Ort, bucht deshalb per Smartphone einen PKW eines Car-Sharing Unternehmens und bietet noch eine Mitfahrgelegenheit für 3 weitere Personen an. Auf dem Heimweg nimmt er die Bahn. Mit einer App auf seinem Smartphone bucht er Fahrkarte und Platzreservierung, bekommt die Bestätigung und bezahlt gleich.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Barrierefreiheit. Besondere Berücksichtigung finden hier die Belange der in ihrer Mobilität oder sensorisch eingeschränkten Menschen. Ziel ist hier ein insgesamt barrierefreier ÖPNV bis zum 1. Januar 2022.

 

Beteiligen Sie sich - weitere Details zur Öffentlichkeitsbeteiligung

Auf der homepage des Rhein-Neckar-Kreises heißt es: "Bringen Sie sich frühzeitig mit Ihren Ideen und Anregungen bei der Nahverkehrsplanung ein. So können Sie uns wertvolle Impulse mit auf den Weg zum Mobilitätsplan geben. Denn als Akteure des Alltags erleben Sie den Nahverkehr vor Ort und können uns wertvolle Hinweise geben, z.B. zum Thema Barrierefreiheit, zu Ihren persönlichen Anforderungen an Mobilität und Flexibilität unterwegs, Erreichbarkeit von Orten, Taktung der Verkehrsmittel, oder sonstige mit dem Nahverkehr zusammenhängende Themen. Mit dem interaktiven Beteiligungsformular (Link) haben Sie die Möglichkeit, uns durch ihre Beiträge zu informieren, zu inspirieren und mit uns in Dialog zu treten. Nach Abschluss der 1. Beteiligungsphase werden wir alle Beiträge auswerten und versuchen, diese so weit wie möglich in die Planung mit einfließen zu lassen."

Die GLH freut sich sehr, dass die von Ministerpräsident Kretschmann schon im Wahlkampf 2011 geforderte Politik des "Gehörtwerdens" und der "Bürgerbeteiligung" in vielen Landkreisen, Städten und Gemeinden nun angekommen ist und praktiziert wird. Diese Chance gilt es nun aber auch zu nutzen!

 

Weitere Infos: www.mobilitaet-im-kreis.de


Landtagswahlanalyse

8 GRÜNDE FÜR DEN ERFOLG DER GRÜNEN  (Landtagswahl 2016)

(nicht nur an der Bergstraße)

von Arndt Weidler

In Hirschberg und in Weinheim haben die Grünen erstmals die SPD bei Landtags- oder Bundestagswahlen überflügelt. Schriesheim und Dossenheim bleiben stabile Hochburgen der Grünen. Der Vorsprung der CDU auf den grünen Kandidaten ist erheblich geschrumpft. Die FDP hat nicht, wie üblich, von den frei herumschwirrenden, kommunal so starken „Freien Wählern“ profitieren können. Die Wahlbeteiligung war entlang der Bergstraße, vor allem aber in Hirschberg, extrem hoch, was den Erfolg der Grünen, als bislang „kleiner“ Partei umso wertvoller macht, weil die absolute Zahl der Wähler/innen enorm gewachsen ist. LINKE und Piratenpartei haben auch wegen der hohen Wählermobilisierung so unerwartet schlecht abgeschnitten.

 

1.      Glaubwürdigkeit und Prinzipientreue:

Nicht nur in der Atom- und Energiepolitik, aber dort besonders. Viele Bürgerinnen und Bürger an der Bergstraße haben persönlich gute Erfahrungen mit erneuerbaren Energien, Wärmedämmung und Energieffizienz gemacht und glauben dem verbreiteten Skeptizismus der bürgerlichen Parteien in diesem Bereich nicht mehr. Durch die traurigen Ereignisse in Japan ist vielen Menschen klar geworden, dass die Warnung vor dem Risiko der Kernenergie keine Panikmache und irrationale Hysterie ist. Die Grünen sind die Anti-AKW-Partei seit Gründung.

2.      Gewachsenes Selbstbewusstsein der BÜRGERINNEN UND BÜRGER (I):

Bankenkrise im Negativen und jüngstes Wirtschaftswachstum im Positiven haben den Bürgerinnen und Bürgern klar gemacht, dass der tatsächliche Einfluss der Politik im Bereich der wirtschaftlichen Entwicklung marginal ist. Sie wissen: Den Erfolg an der Bewältigung der wirtschaftlichen Krise können sie sich selbst zuschreiben. Es ist ein Erfolg der Beschäftigten und des Mittelstandes. Die CDU und die FDP schmückten sich hier seit Jahrzehnten mit fremden Federn und betrieben Legendenbildung von der eigenen „Wirtschaftskompetenz“, die von den realen Erfahrungen der letzten Jahre längst widerlegt wurde.

3.      Gewachsenes Selbstbewusstsein der BÜRGERINNEN UND BÜRGER (II):

Ob Schulpolitik, Stuttgart21 oder Ausstieg aus der Kernenergie. Die Bürgerinnen und Bürger trauen sich eigene Lösungen zu und können diese auch gegenüber den Politprofis kommunizieren, sich vielerorts sogar durchsetzen. Das grüne Versprechen vom „Gehörtwerden“, von mehr Bürgerbeteiligung trifft genau dieses Selbstbewusstsein. Der Wille und der Mut mehr Einfluss auszuüben, auch zwischen den Wahlen demokratische Verantwortung zu übernehmen, wachsen.   

4.      Kampagnenfähigkeit der Grünen:

Die Grünen verstehen es besser als andere Parteien, zu wichtigen Themen Massen zum Protest zu mobilisieren. Ihre politische Tradition ist die Tradition der Bürgerinitiativen und der lokalen Agenda-Arbeit. Diese Mobilisierungsfähigkeit hat massiv auf das Wahlverhalten von bisherigen Nichtwählern durchgeschlagen.

5.      Basisnähe und kommunale Verwurzelung der Grünen:

Die solide und verlässliche Arbeit in den Kommunen wird von den Bürgerinnen und Bürgern anerkannt und ist längst Grundlage für stabile zweistellige Ergebnisse der Grünen in den Gemeinden. Dies zeigen auch die aktuellen Ergebnisse der Kommunalwahlen in Hessen. Grüne Gemeinderät/innen und Bürgermeister in Städten und Gemeinden führen verlässlich und kompetent die Entwicklung ihrer Kommunen voran, ohne die Bevölkerung zu spalten – und werden dafür auch im Amt bestätigt.

6.      Gewachsene Allgemeinbildung und Informiertheit der Bevölkerung:

Homosexualität, Patchwork-Familien, Outsidertum, individuelle Lebensentwürfe, Umgang mit Behinderten, Gleichstellung der Frau, Freiheit der Religion werden von der großen Mehrheit der Bevölkerung nicht in Frage gestellt – sind längst keine gesellschaftlichen Tabus mehr. Auch in ländlichen Regionen macht man Erfahrungen mit Drogenabhängigkeit, hat Umgang mit Muslimen, hat Frauen als Vorgesetzte im Beruf. Die Medien und die Schulen bereiten die Menschen auf diese veränderte Gesellschaft vor, erklären und erläutern, nehmen Ängste in weiten Teilen der Bevölkerung. Die Grünen sind die einzige Partei die den gesellschaftlichen Status quo in ihre Programmatik einbaut und mit politischen Lösungen darauf reagiert. Andere Parteien erkennen dort gerade erst ihren Nachholbedarf.

7.      Moderne Wahlkampführung:

Stärker und besser als andere Parteien haben sich die Grünen Gedanken über die Art der Kommunikation ihrer Inhalte gemacht. Die Präsentation in den neuen Medien, über Plakate und Werbemittel signalisierten Frische und Veränderung. Außer der „Linken“ bekannte nur „Grün“ im Wahlkampf Farbe.

8.      Personelle Alternativen:

Profilierte Kandidat/innen, fest verwurzelt in der kommunalen Arbeit, mit einem hohen Maß an Glaubwürdigkeit und Kompetenz haben den Bürgerinnen und Bürger/innen die Sorge vor „grünen Spinnern“ genommen. Vor allem im Bereich der „Fachkompetenz“ ist den Bürgerinnen und Bürgern nicht länger einsichtig, warum ausgerechnet die so genannten „Volksparteien“ quasi automatisch die besseren Kandidaten haben sollten. Beispiele sind Rauhfelder in Mannheim, Aras oder Woelfle in Stuttgart, aber auch Uli Sckerl für den Wahlkreis Weinheim.